Gestern, heute und morgen.

Mal zum kauen, mal zum lecken
Der eine tut se zeigen, der andere verstecken
In English for alle: Don´t do me quälen!
Weg mit dem Messer! Bitte nich schälen!

Gesucht waren und ihr habt es selbstredend erraten, die unglaublich weihnachtlichen Eisenpimmel. Die Geschichte der Band aus Duisburg und auch die Gruppe selbst ist reichlich undurchsichtig. Der besagte Mythen und Legenden-Teil auf der Homepage beinhaltet unter anderem solche Perlen.

Ist EISENPIMMEL ein „Satire-Projekt“?
Obwohl es vielfach behauptet wird, ist das eher unwahrscheinlich. Was man schon daran erkennt, daß Satire in der Regel lustig ist. Vermutlich kam der Spaß-Faktor im Laufe der Jahre eher unabsichtlich durch die zum Teil arg verunglückten Texte zustande, in denen so mancher Schlauberger irgendwelche „lustigen“ Formulierungen entdeckt zu haben glaubte.

2007 suchte die SZ im Zuge des Gammelfleischskandals das hässlichste bzw. ekligste Cover der Musikgeschichte. Eisenpimmel gewannen, verdient(?), mit ihrer 7″ „Komm mal lecker unten bei mich bei„. Über den Sexismus-Satire-Aspekt muss ich angesichts des Liedes und der Zeilen oben denke ich nichts mehr schreiben.

Auswertung

Schwupps, sind schon wieder 24 Tage vergangen an denen ihr 24 Bands und Künstler erraten durftet. Wir haben uns auch dieses Jahr wieder bemüht eine gute Mischung aus klassischem und modernen Punkrock, sowie Hardcore in den Punkventskalender zu stecken und hoffen das da für jeden etwas dabei war.

Mir hat es auch dieses Jahr wieder Spaß gemacht an den Texten zu feilen, auch wenn ich in zumindest einem Fall etwas unsauber gearbeitet habe. Dafür noch einmal Entschuldigung. Es ist aber auch jedes Jahr aufs Neue schwierig einzuschätzen wie bekannt die von uns gesuchten Menschen sind und ob die Formulierungen es zu einfach oder zu schwer machen. Zum Einen sollt ihr sie natürlich auch erraten, zum Anderen wollen wir euch die Lösung aber auch nicht auf einem Silbertablett servieren. Schreibt uns gerne etwas dazu wie ihr es empfindet in die Kommentare.

Kommen wir zum Teil mit der Statistik

Es haben dieses Jahr 30 Personen kommentiert und insgesamt 245 Antworten hinterlassen. Davon waren 211 richtig und ergo 34 falsch.

Am Ende hatte E-Schwalbe mit 23 die meisten korrekten Antworten gegeben. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Auf ihn folgen @tobenschmidt mit 21, sowie Herr Surfin_Bird mit 20 richtigen Antworten.

Nur die Nichtteilnahme an Tag 5 hat eine 100% Quote bei E-Schwalbe verhindert. Was war da los? ;)

An allen Tagen mitgemacht hat @tobenschmidt, doch die Tage 4, 10 und 18 haben den Punkventskalender-Giganten der letzten beiden Jahre ins Wanken gebracht und einen Hattrick verhindert.

Selbstverständlich gilt neben euch für das fleißige Mitmachen auch dieses Jahr wieder mein Dank dem wunderbaren Feix, ohne dessen Mitwirken und erstaunlicher Expertise im Bereich des Hardcore dies hier gar nicht möglich wäre.

Ich hoffe ihr habt tolle Feiertage und wir lesen uns auf jeden Fall nächstes Jahr wieder an dieser Stelle.

Tim


Auch ich möchte mich für euer fleißiges Rätseln herzlich bedanken. Es macht im dritten Jahr kein Stück weniger Spaß als im ersten. Ganz im Gegenteil. Wir hatten wirklich unbekannte Bands und Künstler dabei und sogar die habt ihr gewusst. Über das Convergedebakel hüllen wir den Mantel des Schweigens. Ich freue mich schon jetzt auf das kommende Jahr. Dann werden wir noch härtere (Pfeffer)Nüsse für euch kreieren und um euch bei Laune zu halten, natürlich auch immer wieder „Wie die waren noch nicht im Punkventskalender?“-Einträge einstreuen. Dank gilt wie jedes Jahr auch dem fantastischen Tim ohne den es diesen Spaß nie gegeben hätte.

Und da wir alle nicht bis zum nächsten Punkvent warten wollen, darf ich eine freudige Ankündigung machen. 2019 werden wir erstmalig für euch Oi!sternester basteln. Ich freue mich schon sehr darauf.

Fe(l)ix

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Tür Nummer Vierundzwanzig

You better watch out you better not cry
You better put out records DIY
Cause it’s not what you’ve done it’s what you’ve been
If you fuck up I’m telling Tim

Gibt es Menschen die Punkrock hören und NoFX nicht kennen? Ihr Humor ist zugegebenermaßen oftmals sehr pennälerhaft, aber ihre Konzerte eigentlich immer sehr unterhaltsam. Die einzig andere Band, die auf der Bühne so viel Quatsch macht und Blödsinn erzählt sind vermutlich Die Ärzte. Im Mai diesen Jahres aber hätten sie sich aber mal etwas zügeln sollen, denn bei einem Auftritt in Las Vegas merkten sie an, das der Anschlag auf das Country Festival 2017, bei dem 58 Menschen getötet und 851 verletzt wurden, schrecklich gewesen wäre, aber immerhin seien ja „nur“ Country-Fans und keine Punkrocker erschossen worden. Als unmittelbare Folge darauf zog sich ein Hauptsponsor ihres eigenen Festivals zurück und die Band sagt, das sie seitdem quasi Auftrittsverbot in ihrem eigenen Land habe. Immerhin gestanden sie ein, das es geschmacklos von ihnen war sich so zu äußern.

Sänger Fat Mike betreibt seit vielen Jahren mit Fat Wreck Chords ein eigenes Label, das die eigenen Alben, aber aich viele andere Künstler, wie zB Fabulous Disaster, herausbringt. Eine Besonderheit ist dabei, das sie immer nur 1-Albumverträge mit den Bands abschließen, so dass sich diese nicht unter Drock gesetzt fühlen müssen und jederzeit die Chance haben zu einem anderen Label zu gehen.

Um wen geht es heute?

Eines ihrer Plattencover wurde zum hässlichsten aller Zeiten gewählt. Skandal. Waren sie doch laut eigener Aussage, ein Jahrzehnt vor ihrer Gründung, in den 80ern eine legendäre Band. Wäre man sich nicht sicher, dass die ganze Geschichte Satire pur ist, würde man wohl von einer der sexistischsten Bands aller Zeiten reden. Obwohl manche Lieder auch von einer Frau gesungen werden. Es ist verwirrend. Die Homepage der Band ist im Stile der späten 90er gehalten und wirft passenderweise im Mythen und Legenden-Frage-Antwort-Spiel nur noch mehr Fragen auf als sie beantwortet. Wieso Jan Böhmermann sie nicht für seinen „Eier aus Stahl“-Beitrag auswählte, bleibt ein ebenso großes Fragezeichen. Es hätte doch so nahe gelegen.

Tür Nummer Dreiundzwanzig

I found the enemy within my own lines
Right by my side I see you ready to betray our kind
Come on kick my head smash my face
An easy way too be just yourself
You’ve torn it down – all that we’ve built
Blind man’s revenge is talking over
Silliness hidden behind a mask of honour
Look what you’ve done in a second of rage
you’ve torn it down – all that we’ve built

Denkt man an Hardcore der Nullerjahre denkt man schnell an Smoke Blow oder an Final Prayer. Black Friday ’29 sind ein wenig in Vergessenheit geraten. Zum einen, weil es sie bereits seit 8 Jahren nicht mehr gibt, zum anderen wohl auch, weil sie nicht derart erfolgreich oder groß wurden, wie die anderen beiden. Dabei gehörten sie zu ihrer aktiven Zeit durchaus zur Speerspitze der deutschen Hardcoreszene. Allerdings hauptsächlich in Jugendzentren und auf kleinen Festivals und nicht beim With Full Force, der Persistence Tour oder ähnlichen Events.

Um wen geht es heute?

Diese vier kommen aus Kalifornien und mischen wie sie gerade lustig sind Hardcore mit Punk und gelegentlich auch mal einer Trompete. Anfang der 1980er Jahre gegründet sind sie seit den frühen 1990ern in der aktuellen Formation aktiv und bringen fleißig Alben raus.
Sie sind für ihren Humor aber auch ihre politischen Ansichten bekannt, welche beide in ihren Texten nicht zu kurz kommen. Ersterer brachte ihnen erst jüngst massiv viel Ärger ein, als sie sich über einen Anschlag bei einem Country Festival lustig gemacht haben.
Ihr Sänger, dessen Künstlername sich auf seine Körperfülle bezieht, betreibt seit 1990 ein eigenes Plattenlabel, welches auch schon im Rahmen des diesjährigen Punkventskalender erwähnt wurde.

Tür Nummer Zweiundzwanzig

There’s a little bit of springtime in the back of my mind
Remembers when there was a time when we danced
And we laughed spent some time drinking wine
And somewhere in there there’s a little child without a thought
Without a doubt that every cloud is silver lined

Leatherface (benannt nach einer Figur aus Tobe Hoppers The Texas Chainsaw Massacre) werden so oft als eine Mischung aus Hüsker Dü und Motörhead beschrieben, das sie sich wahrscheinlich ärgern auf einen Umlaut in ihrem Namen verzichtet zu haben. Der Vergleich mit Motörhead beruht dabei vermutlich primär auf der prägnanten rauhen Stimme von Sänger und Gitarrist Frankie Stubbs, die teilweise schon ein wenig an Lemmy erinnert. 2015 starb mit Dickie Hammond die andere Gitarre bei Leatherface im Alter von nur 50 Jahren und damit wohl auch Leatherface. Frankie Stubbs tritt noch gelegentlich Solo auf, und spielt dabei auch Lieder seiner alten Band, und ist immer mal wieder Teil anderer Projekte. Franz Nicolay wiederum schrieb über Frankie Stubbs‘ Tears.

Mit Hot Water Music teilten sich Leatherface 1999 eine LP und es heißt, das sie sie sehr beeinflußt haben.

Um wen geht es heute?

Wir suchen eine Band, die nie von ihren Auftritten leben konnte und das vielleicht auch nicht wollte. Womöglich haben sie sich auch deswegen nach einem Ereginis benannt, an dem der Kapitalismus kollabierte. Dennoch waren sie eine der Vorzeige-Hardcore-Bands des Landes und eroberten vom Ruhrpott aus neun Jahre lang die Szene mit unglaublicher Liveenergie.

Tür Nummer Einundzwanzig

Nirgendwo Frieden, Lachen, Freude
Dafür nur Tränen, Terror und Geschrei
Und statt Geschenken und Liebe
Gibt es Streit, Stress und Hiebe
Schön ist die besinnliche Zeit Schön ist die scheiß Weihnachtszeit

Gesucht waren Wizo, die mit einem All That She Wants-Cover (Ace of Base) und dem dazugehörigen Video tatsächlich bei MTV landeten. Heute ist das schwer nachzuvollziehen, aber mittlerweile eben auch 25 Jahre her. Ein Jahr später erschien UUAARRGH! und ich habe bei Wizo irgendwie immer dieses Albumcover vor Augen. In den Charts landete dessen Nachfolger. Herrénhandtasche schaffte es bis auf Platz 76 der deutschen Albumcharts. Sie spielten etliche Shows und immer wieder auf Demos. Ein Auftritt, der aus der Reihe fiel, sorgte auch außerhalb der Szene für Schlagzeilen. 1996 traten sie beim Bizarre-Festival auf und dieses wurde vom WDR gefilmt. Die Gründe warum Wizo im Laufe ihres Auftritts dann eine Kamera demolierten, sind nicht so ganz klar. Der Skandal war ihnen aber (mal wieder) sicher. 2005 folgte schließlich die Auflösung ehe sie vier Jahre später ihr Comeback gaben. Naja eigentlich nur Axel Kurth. Der Rest der Band hatte bekanntlich nichts mehr mit der Originalbesatzung zu tun.

[Anmerkung Tim: Ich war damals beim Bizarre vor Ort und habe es dem entsprecht alles mitbekommen. Die Geschichte die ich kenne geht so: Wizo haben zugesagt das gefilmt werden darf, sofern die Kameras sich nicht bewegen, damit die Leute ungestört die Band sehen können. Offensichtlich wurde sich nicht daran gehalten, was dann zur Eskalation geführt hat. Es soll angeblich anschließend auch noch eine Klage wegen „Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“ gegeben haben, denn Axel hat das Lied „Kopfschuss“ einer Polizistin gewidmet, die sich kurz vorher beim Reinigen der Waffe versehentlich selbst getötet hat.]

Um wen geht es heute?

Nicht nur The Bates, sondern auch diese Herren aus dem Nordosten Englands haben sich nach einer ikonischen Figur des Horrorfilms benannt. Ende der 1980er gegründet haben sie sich Mitte der 90er kurz getrennt um sich 4 Jahre später wieder neu zusammenzufinden. In der neuen Formation trat man bis zum Tode eines der beiden Gründungsmitglieder auf. Unter den insgesamt 8 Alben befindet sich auch ein Split mit einer Band, die es dieses Jahr an dieser Stelle zu erraten gab.

Tür Nummer Zwanzig

Freitag Nacht wird Silvio ermordet,
von stolzen Deutschen, die sich später selber stellen.
Woanders zünden NF’ler einen Mann an,
und am Sonntag Brandanschlag in Mölln.
3 türkische Menschen verbrennen,
„Heil Hitler“ schreit so’n Schwein durch‘s Telefon,
wahrscheinlich unpolitische Taten,
von Einzeltätern, das kennen wir doch schon.
Scheißrassisten, Nazipack, Blut und Ehre, widerlich!

Ich gebe zu, das es diesmal sehr schwer war, zumal ich in keinster Weise einschätzen kann, wie (un)bekannt dieser Künstler ist. Eine zusätzliche Erschwerung mag die unglückliche Übersetzung von verrückt für „weird“ sein, sowie die Tatsache, das ich Yok Quetschenpaua in meiner Erinnerung ein Bandoneon hab spielen sehen. Dadurch ergab dann der Hinweis auf Weird Al Sinn, da Yok aber ebenfalls Akkordeon (dem großen Bruder des Bandoneons) spielte wiederum weniger. Ich kann mich für diese Verwirrung nur entschuldigen, auch wenn der eine oder andere ihn dennoch korrekt erraten hat.

Yok war unter diesem Namen eigentlich nur in 90ern aktiv und anschließend bei verschiedenen Projekten beteiligt. Er fährt Taxi in Berlin und darüber ein Buch veröffentlicht.

Mea culpa. Die anderen Rätsel sind wieder einfacher.

Um wen geht es heute?

Sie coverten einen schwedischen Elektropophit, drehten dazu eigenständig ein Video und landeten damit sogar bei MTV. Als Punk, und sie waren nie was anderes, sicher nicht so massentauglich war wie heute, schafften sie es 1995 sogar in die Charts. Viele Konzerte, Demoauftritte und ein paar kaputte Kameras später kam die Auflösung. Natürlich war diese nicht von Dauer. Weiter ging jedoch nicht in Originalbesetzung. Das war für das Trio, das mal als Quartett begann, aber ohnehin schon lange ein Fremdwort. Immer wieder wurde munter durchgemischt. Nur der singende Gitarrist ist immer noch da. Wieso eigentlich?

Tür Nummer Neunzehn

Die Menschen hauen hier einfach alles kurz und klein
Wenn ich mich umschau, fällt mir nichts mehr dazu ein
Ich bleib jetzt einfach stehen und rühr mich nicht vom Fleck
Ein letzter Funkspruch und dann bin ich endlich weg
Beam mich hoch, Scotty
Ich hab genug gesehen

Man kann natürlich trefflich darüber streiten wer die bekannteste Küstenpunkband Deutschlands ist oder war und ich muss gestehen, dass ich an Turbostaat einfach nicht gedacht habe. Vielleicht, weil wir sie bereits 2017 gesucht haben. Mittlerweile dürfte der Titel aber wohl Feine Sahne Fischfilet gebühren, die wir ebenfalls im letztjährigen Punkventskalender hatten. Gestern ging es allerdings um eine Band, die bereits deutlich älter ist als die beiden genannten. Dritte Wahl aus Rostock gibt es bereits seit 1986 und hatten ihre ersten Auftritte noch (oder schon?) zu DDR-Zeiten. Die Anspielungen im Rätsel zielten allerdings auf neuere Werke ab und sind hier in Textform (Scotty) bzw. als Video (Fliegen) zu finden. Im Jahr 2005 verstarb Sänger und Bassist Buschn an Magenkrebs. Die Band machte weiter, auch auf seinen Wunsch. Die erste Platte nach seinem Tod enthält das letzte Lied auf welches das Rätsel anspielte: Zeit bleib stehen!

Nachtrag: Der letzte Hinweis des Rätsels passt sogar auf ein zweites Lied (Stillstehn).

Um wen geht es heute?

Mal sehen, wie obskur es bei euch werden darf: dieser Künstler war nie auf den großen Bühnen zu Gast, sondern viel auf der Straße und in Autonomen Zentren. Er steht eher in der Tradition des Liedermachens und singt vom Widerstand gegen Nazis, gegen die Politik, gegen den Kapitalismus und gegen die „Scheiß Bullen“. Er ist der Gegenentwurf zum verrückten Alfred, der den großen Bruder seines Instrumentes spielt.