Heute Punker*innen wird’s was geben

Ein paar Dinge seien an dieser Stelle noch erwähnt
Ich bin eine Frau und spiel seit kurzem in ner Band
So selbstbewusst und sicher war ich früher nie
Und dennoch bin ich wieder Teil einer Kategorie
Als Frau in einer Band bin ich halt Frau in einer Band
Und für viele bleibt das auch das einzige das zählt
Das ist zwar gut gemeint und ergibt auch erstmal Sinn
Doch ich wünsch mir eine Welt in der egal ist was ich bin

Werte Herr Kollegen, bitte macht mal Platz
und merkt euch für die Zukunft lieber folgenden Satz
Die Bühnen dieser Welt gehn für alle klar
waren nie Machobiotop und niemals nur für Männer da.

Ich hielt es nur für angemessen, den diesjährigen Punkventskalender mit genau diesem Statement von Sarah (Frau, auch in ner Band) von Akne Kid Joe zu beenden.

2016 in Nürnberg gegründet und nach einem selbstaufgenommenen Lied von Alex Thomé (Pascow) entdeckt, bekamen sie einen Plattenvertrag auf Kidnap Music und machten Support für Pascow. Allen Pandemie-Umständen und einer Neubesetzung am Schlagwerk zum Trotz veröffentlichten sie mit Die Jungs von AKJ 2021 bereits ihr drittes Album.

Ihr Name ist natürlich eine Persiflage der US-Band Ugly Kid Joe, die 1992 mit Cats in the Cradle (im Original 1974 von Harry Chapin) einen veritablen Hit hatte.

Auswertung

Wir veranstalten keine Konzerte und sind dem entsprechend nicht für das Booking von Bands verantwortlich, aber wie Felix schon Eingangs schrieb, müssen auch wir zwei uns ganz gehörig an die eigene Nase fassen; denn FLINTA waren schon immer in Punk präsent und haben ihn mitgeprägt. Daher die Entscheidung dieses Jahr 24 von ihnen zu präsentiert und zu zeigen, das sie von Hardcore bis Pop-Punk alle möglichen Facetten besetzen. Es spricht also rein gar nichts dagegen bspw. Festivals adäquat mit FLINTA Bands zu besetzen. Es sei denn Mann will es einfach nicht.

Das tolle ist, dass nicht nur ihr, wie wir aus eurem Feedback herausgelesen haben, viele neue Bands kennengelernt habt, sondern auch wir dank eurer Rateversuche – eine klassische Win-Win-Situation! :)

Kommen wir zur Auswertung des 2021 Punkventskalender und der Verlösung eines T-Shirts der Sea Punks:

Insgesamt haben dieses Jahr 21 Teilnehmer*innen mitgemacht, davon haben die folgenden 6 an allen 24 Tagen eine Antwort hinterlassen:

  • ch_bonn
  • craggan
  • Marci
  • Stroop
  • to_sc (tobenschmid)
  • yellowled

Dieses Jahr gab es allerdings keine Person, die alles richtig hatte, aber sie alle haben nur eine Lösung nicht gefunden. Am schwierigsten war anscheinend Tag 12 als es um Stinky aus Frankreich ging.

Jetzt aber die Auslosung dieses T-Shirts der Sea Punks.

Ich habe es selbst mittels einer Spende bezahlt und mache dies freiwillig ohne gesponsert zu sein (sowas muss heutzutage ja wohl erwähnt werden). Wenn auch ihr die Sea Punks unterstützen möchtet, dann findet ihr auf ihrer Webseite unter dem Menüpunkt “Spenden” verschiedene Optionen wie ihr das könnt. Aktuell läuft auch noch eine Spendenaktion zum Kauf eines weiteren Schiffes.

Das Video auf YouTube.

Herzlichen Glückwunsch, zu Deinem Gewinn! Ich werde Dich via der im Backend hinterlassenen Email-Adresse anschreiben und nach Deinen Kontaktdaten befragen.

Alles was bleibt, ist noch einmal Danke dafür zu schreiben das ihr uns die Treue haltet und fleißig mitratet. Es ist immer eine Freude eure Kommentare zu sehen und die kleinen Geschichten rund um das ersuchmaschinen zu lesen oder weil es eine Beziehung zur gesuchten Band gibt. Und natürlich Danke an Felix, der mich immer so tatkräftig unterstützt. <3

Habt schöne Feiertage, kommt gut nach 2022 und hört Papperlapunk!

Tim.

Wenn nun jemand denkt „Das wars mit dem Punkventskalender für dieses Jahr!“, dann muss ich leider enttäuschen, denn auch ich möchte noch wenigstens drei Dinge loswerden. Zuerst Danke an euch, die ihr wieder mitgeraten, geflucht, gegoogelt, kapituliert und wieder geraten habt. Es war mir wie immer eine helle Freude euch dabei zuzusehen und eure Kommentare zu lesen.
Außerdem gibt es noch ein wenig mehr Gewinner*innen. Herzlichen Glückwunsch an yellowled, craggan und ch_bonn, die alle einen von mir (mehr oder weniger professionellen) erstellten DIY-Punkventskalender-Patch erhalten. Das muss zwar noch bis in den Januar warten, aber er wird kommen. Versprochen.
Zum Ende gilt mein Dank, selbstredend, Tim, der die Idee für den Kalender und das diesjährige Motto hatte und mir damit den Dezember sehr versüßt hat. Außerdem hat Tim dieses Jahr die komplette Orga gewuppt, sodass ich quasi nur Rätsel schreiben und auflösen musste. Vielen Dank dafür. Das war eine große Hilfe und das darf ruhig jede*r hier wissen. In den kommenden Tagen wird die Liste, aller bisher errätselten Bands vervollständigt und natürlich auch die Playlist, die yellowled wieder erstellt hat, eingepflegt.
Ich hoffe wir lesen uns nächstes Jahr wieder. Bis dahin bleibt vor allem gesund.

Tür Nummer Vierundzwanzig

I have a wicked heart because of you
now hate is all that I can do
I have a wicked heart because of you
now hate is all I’ll ever do

Gesucht waren The Devotchkas aus Long Island, NY, die ihren Namen nicht aufgrund russischer Wurzeln haben sondern aufgrund des Romans bzw. Films Clockwork Orange. Der hat bekanntlich auch schon Andreas Frege alias Campino inspirierte. Die Band hat von 1996 bis 2001 die im Rätsel erwähnten zwei EPs und ein Album veröffentlicht und ja, ich glaube wir haben hier noch nie eine so kleine Band gesucht. Noch Lust auf eine kleine Zeitreise? Hier gibt es ein Interview aus dem Internet des Jahres 1999.

Um wen geht es heute?

Die Jungs der letzten Band des diesjährigen Punkventskalender kommen aus Franken und ihr Name ist eine Anlehnung an eine amerikanische Rockband der 90er, die damals einen großen Hit mit einer Cover-Version hatte.

(Die Auflösung wird erst morgen nachmittag bekannt gegeben, da ich vorher noch das Video mit der Auslosung des diesjährigen Preises drehen und bei YouTube hochladen muss. Ich bitte um ein wenig Nachsicht dafür; die Kommentare mit euren Lösungen werden wir aber wie gewohnt noch in der Nacht freischalten.)

Tür Nummer Dreiundzwanzig

Steter Tropfen höhlt den Stein, Gewohnheit die Moral.
Was mir gestern wichtig war ist mir heute scheißegal.
Was ist das für ein Desaster, früher war da doch mal Hass da.
Gib mir bitte irgendwas, ja früher war da doch mal Hass da.

Todeskommando Atomsturm (nicht Atomstrom, ein Fehler den ich (Loriot sei Dank) selber gerne mache) haben sich 2008 gegründet und schreiben über sich selbst, dass das Bandkonzept “auf der gemeinsamen Liebe zu turbulenten Wasserrutschen, konspirativen Gangaktivitäten und diesem Punk-Ding” basiert.

Die Band hat 2012 und 2016 jeweils ein Album auf Twisted Chords herausgebracht und schreibt laut Sängerin Lea gerade an neuen Songs. Ich empfehle einfach mal dieses Interview auf Vinyl-Keks.eu, in dem sie ein wenig zur Band-Historie erzählt, aber auch darüber berichtet, wie es ist als Frau in der Musikbranche unterwegs zu sein und warum sie mit ihrer Rolle als Sängerin eingangs gehadert hat.

Um wen geht es heute?

Der Name lässt einen Ursprung in sibirischer Weite vermuten, dabei kommen sie lediglich aus dem langen Teil am großen Apfel. So entspringt er eben nicht ihrer Muttersprache sondern einem dystopischen Werk, das schon so manche Band inspirierte – nicht wahr Andreas? Wie viel Haarspraydosen sie vor ihren Auftritten verbraucht haben, ist nicht überliefert. Dafür aber ein Album und zwei EPs voll Streetpunk aus immerhin fünf Jahren Bandgeschichte.

Tür Nummer Zweiundzwanzig

I’ll always run, I’ll always run away
When the problem gets too big and I can’t see another way
I’ll always run, I’ll always run right back
Becaus I know it’s only small and that I built it in my head
I just can’t see another way, I’ll be okay

Mobina Galore sind heute in Winnipeg beheimatet, über das The Weakerthans eins „I hate Winnipeg“ sangen. Gegründet hat sich das Duo allerdings in Fernie, dass 1400 km westlich davon befindet. Ihre letzten beiden Alben sind bei Gunner Records aus Bremen erschienen, deren Chef Gunnar heißt. Gunnar ist 2012 laut Wikipedia der vierthäufige Name in Island gewesen. Was für eine komplett unnütze Information. Genau wie die Tatsache, dass der FC Arsenal aus London Gunners genannt wird. Mobina Galore solltet ihr aber definitiv mal in euren Gehörgang reinschießen. Das werdet ihr nicht bereuen.

Um wen geht es heute?

Das Quintett das wir heute suchen kommt aus München und spielt melodischen Punkrock, dessen deutsche Texte von der Sängerin mittels angenehm angepissten Tonfall ausgespuckt werden. Die große Schwierigkeit besteht gerade darin euch einen guten Hinweis auf den Namen zu geben, denn der ist wirklich speziell. Der vordere Teil klingt auf jeden Fall martialisch und beim hinteren war ich kurz davor auf Herrn Otto Pohl zu verweisen, doch dann fiel mir wieder ein, dass der Schluß des zweiten Teils ja ganz anders endet.

Tür Nummer Einundzwanzig

Tellin’ you to close your eyes
Just keep your secret in your thighs
One in three and one in five
Guess I’m lucky I’m still alive
Poor boy, what you gonna do?
These girls are coming for you!
Poor boy, what you gonna do?
‘Cause us girls are coming for you!

Lydia Night war 12 Jahre alt, als sie mit ihrer Freundin Marihy Murphy als Pretty Little Demons auf einer Festival-Bühne stand. Auf demselben Fetsival spielte auch Ryan Gosling mit seiner Band Dead Man’s Bones und war so beeindruckt von ihr, dass er sie einlud zukünftig mit ihm zu musizieren.

2015 benannten die beiden Mädchen dann ihre Band in The Regrettes um und brachten unter diesem Namen eine EP raus. Schlagzeugerin Murphy verließ kurz darauf die Band und Lydia frage drei Bekannte, die sie auf der Music School kennengelernt hatte, ob sie mit ihr als Regrettes spielen wollen.

2017 brachten sie dann ihr erstes Album Feel your Feelings Fool! raus, zwei Jahre später folgte How do you love?, wobei dies auch schon wieder in einer neuen Besetzung aufgenommen wurde; neben Sängerin Lydia Night ist nur noch Genessa Gariano an der Gitarre übergeblieben.

Das oben aufgeführte Poor Boy ist eine Abrechnung mit dem Schutz von Tätern und dem Ignorieren von Opfern und ist als Reaktion auf Brett Kavanaugh entstanden. Die am Ende eingeblendete Organisation RAINN kümmert sich um Opfer von sexuellen Übergriffen.

Um wen geht es heute?

Sieben Jahre nachdem John K. Samson über den Hass zu seiner Heimatstadt sang, gründete sich das heute gesuchte Punk-Rock-Duo. Eigentlich gründeten sie sich in ihrer heutigen Form ca. ein Jahr später und waren damals auch noch 1400 km weiter weiter westlich von Samson zu Hause. Aber fern. Nie.
Ich will euch nicht zu sehr verwirren und hier zumindest mal noch ein paar Hinweise hinterlassen, die euch helfen könnten. Die eine spielt Gitarre, die andere Schlagzeug und die Gesangsarbeit wird geteilt. Wer braucht schon Bassist*innen?
Mittlerweile haben sie vier Alben veröffentlicht. Die letzten beiden auf einem Label, dessen Name bei mir Assoziationen zu einem Londoner Fußballclub weckt, damit aber höchstwahrscheinlich gar nichts zu tun hat. Stattdessen ist es wohl eher dem Namen des Besitzers geschuldet, der in meiner Wahrnehmung sehr deutsch ist, sich in Island vor knapp einem Jahrzehnt aber immerhin über Blech freuen durfte. Achja das Label sitzt übrigens in einer deutschen Hansestadt. Puh…Jetzt bin ich soweit vom Pfad abgekommen, dass schon fast ein Gefühl der Abgeschiedenheit aufkommt.

Tür Nummer Zwanzig

Ich kann pfeifen, singen, schreien und unzurechnungsfähig sein
Ich will Orgien, Stress und streit und mehr Gemeinheit und weiter narkoleptisch bleib’n
Keine Ahnung, keine Ahnung
Wenn man nicht weiß, was man macht und wann man aufwacht

Die Berliner*innen von Acht Eimer Hühnerherzen sind mir irgendwie ans Herz gewachsen. Vielleicht liegt es daran, dass ihrer Musik ein gewisser Minimalismus innewohnt und sie obendrein für das Genre ungewöhnliche Texte schreiben. Ich weiß es nicht so genau, aber da es gerade 21:16 am Sonntagabend ist, wird hier jetzt auch nicht mehr weiter nachgedacht sondern einfach noch ein Eis auf Ex zu sich genommen.

Um wen geht es heute?

Der Name mag vom Klang her zunächst an ein Sanges-Quartett aus den 50ern oder 60ern erninnern, doch tatsächlich wurde die Sängerin und Gründerin der Band aus Kalifornien in diesem Jahrtausend geboren.

Musikalisch bewegen wir uns weitestgehend im Pop-Punk, aber auch andere Stile wie Garage oder Indie-Pop werden ausgiebig bedient. Textlich geht es um feministische Themen, aber auch die Liebe.

Neben der heute gesuchten Band hat die Sängerin aber bereits, trotz ihres jungen Alters, eine bemerkenswerte Biographie hinter sich; so war sie z.B. schon Bestandteil der Band eines Hollywood-Stars. Kaum anzunehmen, dass sie ihre musikalische Karriere wirklich bereut.

Tür Nummer Neunzehn

You thought you could get away from rules and regulations
If you could just get away from home,
But now you’re finding out the sad reality,
You’re trapped again,
But this time you’re on your own.
How long ‚till I’m my own?
Independence doesn’t start when you leave home

Vor zwei Tagen gab es noch selbsternannten Naturkatastrophenpunk, diesmal eine Band, die eine Naturkatastrophe im Namen hat: Tsunami Bomb.

Kennengelernt habe ich sie über jemanden aus einem (amerikanischen) Punkforum, in dem ich Ende der 90er/Anfang der 2000er sehr aktiv unterwegs gewesen bin. Insbesondere der oben verlinkte Song hatte es mir angetan und jedes Mal wenn ich ihn höre sorgt er bei mir für wohlige Erinnerungsschauer.

Hierzulande, bzw in Europa, sind sie meiner Wahrnehmung nach sehr unter dem Radar gewesen, was vielleicht auch daran liegt, dass sie nicht auf Epitaph oder Fat Wreck ihre Heimat hatten, sondern auf Kung Fu Records. Immerhin hatte ich die Gelegenheit sie als Support der Bouncing Souls im Keller des alten Molotow zu sehen, was mich damals sehr gefreut hat.

2005 hat sich die Band offiziell aufgelöst und Sängerin Emily Whitehurst (während ihrer Zeit bei Tsunami Bomb als Agent M unterwegs) widmete sich neuen Projekten. Als es 2015 zu einer Neuformierung durch die ursprünglichen Mitglieder kam, war sie dann auch nicht mehr dabei und wurde durch Kate Jacobi ersetzt. Gemeinsam nahmen sie 2019 das dritte Studio-Album The Spine that Binds, sowie eine Cover-Version von Santa Claus is coming to town für eine Compilation auf.

Emily Whitehurst macht mittlerweile Electro Indie-Pop unter dem Namen Survival Guide und es gibt mit My man hates Christmas sogar ein von ihr geschriebenes Weihachtslied.

Um wen geht es heute?

Diese von den meisten Menschen als Schlachtabfall angesehene Ansammlung singt über sozialistische Planstädte und deutsche Kreationen mit Italoflair.

Tür Nummer Achtzehn

What is your definition of freedom?
This is not your world! This is our world!
Fuck your actions and decisions. Fuck your goverment!

Ich gestehe, ich bin ein wenig erleichtert, dass ihr mich für das Rätsel nicht an die Wand nageln wolltet und herausgefunden habt, dass We Ride aus Vigo gesucht waren. Das Surfbrett kam vor allem deshalb im Rätsel vor, damit ihr an die Küste gelenkt werdet. Der Rest ist offenbar selbsterklärend genug gewesen.

Als ich mir in Vorbereitung auf das Rätsel nochmal die drei Alben der Band angehört habe, sind mir zwei Dinge aufgefallen. Erstens: Was zur Hölle sind das für seltsame Backing Vocals auf Empowering Life? Aber gut. Musik ist Geschmackssache. Zweitens: Wieso haben We Ride es 2010 für eine geile Idee gehalten den Song „Party Girls“ zu schreiben und vor allem wieso fällt er mir erst jetzt negativ auf? Ich fand das Album damals großartig und finde es auch heute noch gut, aber dieser Song stört mich wirklich. Frauen, die nur auf Gigs gehen, um Kerle aufzureißen. Klar, gibt es bestimmt, aber who cares? Wie viele Macker rennen auf Konzerten rum und sind nicht wegen der Musik und/oder Szene da? Ich behaupte es sind zahlenmäßig mehr als die „Party Girls“. Und selbst ohne Macker. Ist die Hardcoreszene dermaßen elitär und verschlossen, dass für solche Menschen kein Platz ist? Wie passt es zusammen, dass in einer Zeit, in der H2Os „What Happened?“ zur neuen Hardcorehymne erklärt wurde, ein so engstirniges Denken an den Tag gelegt wird? Natürlich haben We Ride den H2O-Song nicht zur Hymne erklärt und ich weiß nicht, wie die spanische Szene damals aussah. Dennoch bleiben bei mir Fragen zurück. We Ride sind in meinem Alter und 2010 ist lange her. Mein Blick auf solche Themen hat sich (zum besseren) verändert. Ich hoffe, dass ist auch bei der Band der Fall. Alles andere wäre schade, denn sie spielen wirklich grandiose Musik.

Um wen geht es heute?

Hüpfen wir mal wieder über den großen Teich nach Kalifornien zu einer Band, die im Gegensatz zu ihrem Namen nie große Wellen geschlagen hat. Gegründet Ende der 1990er Jahre haben sie sich Mitte der 2000er nach zwei Alben wieder aufgelöst und kehrten 10 Jahre später mit einer neuen Sängerin zurück.

Tür Nummer Siebzehn

However you dress
Where ever you go
Yes means Yes
And No means No!
We stand together
We will fight
Take back
Take back
Take back the night!

CW: Auch wenn relevante Körperteile bedeckt sind, so wurde ich das Video trotzdem als NSFW bezeichnen (was im Homeoffice vielleicht weniger relevant ist).

Aufgrund der Hinweise war es natürlich ein leichtes auf Dachlawine zu kommen, die von sich selbst behaupten „Naturkatastrophenpunk“ zu spielen. Die Band spielt sehr gefälligen Punkrock mit feministischen, sowie anti-faschistischen Texten und hat auch immer mal ein Augenzwinkern dabei. Meine erste Begegnung hatte ich mit ihnen, als ich 2020 ein T-Shirt mit folgendem Druck von ihnen bei einer Soli-Aktion sah.

Es ist, meiner Meinung nach, ein wirklich extrem gelungenes Good Night, White Pride-Motiv. Leider kamen nicht geunug Vorbestellungen zusammen, so daß es nicht produziert wurde.

Neben der Musik betreibt Sängerin Kalli auch noch einen Podcast namens Toter Adler, der sich um die antifaschistische Subkultur in Brandenburg dreht.

Um wen geht es heute?

Ich weiß nicht, ob die Band gerne surft. Der Name in Kombination mit der Herkunft legt es ein wenig nahe, vielleicht fahren sie aber auch nur gerne Rad oder was weiß ich was für ein Vehikel. Womöglich ist der Bandname aber auch einfach ein unglaublich gutes Wortspiel zu ihrer Heimatstadt im Nordwesten Spaniens. Beim bloßen Hören (und mäßiger Englischkenntnis) könnte man jene für die Hauptstadt der Fußgänger halten. Sie sehen sich aber offenbar als harten Kern der nicht Gehenden.

Tür Nummer Sechszehn

Like the flames to Notre Dame, nothing sacred here is safe
I’ve exhausted all my prayers here on these pews
And all the past lives that I’ve lived somehow led me here to this
It’s taken centuries for me to get to you

The Bombpops wurden 2007 gegründet, nachdem Jen Razavi und Poli van Dam genug davon hatten Power Metal zu spielen. Wie das Rätsel bereits verriet, sagte ihnen diese Musikrichtung ohnehin nicht zu. Seit der 2014er EP Can Of Worms war das heutige LineUp komplett und somit auch jenes, welches bei Fat Wreck unterschrieb. Wobei aktuelles LineUp ja gar nicht mehr stimmt. Im August verkündete Poli van Dam, dass sie aus der Band aussteigt. Nachdem sie aufgrund einer Fehlgeburt bereits die Tour im vergangenen Jahr ausließ, zog sie nun also einen finalen Schlussstrich. Van Dam äußerte sich nach ihrem Ausstieg, wieso sie die Band verlassen hat. Dabei kamen neben mehr Zeit für die Familie auch Dinge zur Sprache, die die anderen Bandmitglieder nicht unbedingt in ein gutes Licht rücken. So stieß wohl schon die Geburt ihres Sohnes vor ein paar Jahren nicht auf ungeteilte Gegenliebe und auch ihr Entschluss sich nach dem Schicksalsschlag 2020 zunächst eine Pause zu nehmen, fand nicht nur Zustimmung. Puh. Delikate Angelegenheit, nur leider nicht so wie Eis am Stiel.

Um wen geht es heute?

Es sei euch dringend geraten bei/nach markanter Wetterlage im Winter vor dem Verlassen von Häusern Vorsicht walten zu lassen, bzw vor dem Betreten mal kurz nach oben zu gucken, um nicht dem anheim zu fallen, wonach sie diese Punkrocker*innen aus Potsdam benamt haben.