Auflösung und Danke schön

Zu guter Letzt haben wir, ihr habt es natürlich erraten, Bad Religion gesucht. Wobei es zugegebenermaßen etwas gemein war sie direkt hinter die Descendents zu packen, bei denen Sänger Milo ebenfalls in den Naturwissenschaften zuhause ist. Die Dissertation von Greg Graffin hat zwar den Titel „Evolution, Monism, Atheism, and the Naturalist World-View: Perspectives from Evolutionary Biology„, der Fachbereich war aber offiziell Zoologie.

Bad Religion haben im Rahmen der KROQ Acoustic Christmas-Gigs regelmäßig Weihnachtslieder gespielt und 2013 sogar eine EP mit 9 Lieder aufgenommen, die man, Epitaph sei Dank, komplett auf YouTube hören kann.

Damit endet der erste Punkventskalender.
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Danksagungen

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Felix bedanken, der die Idee eines Punkventskalenders nicht bescheuert, sondern super fand und gar nicht großartig überredet werden musste mitzumachen. Wir haben uns bemüht möglichst viele Epochen und Stile der letzten 40 Jahre Punkrock und Hardcore abzudecken, dabei war manches leicht und anderes wiederum etwas schwerer zu erraten.

Es gab insgesamt 32 Teilnehmer, die 155 Antworten gegeben haben, von denen nur 21 falsch und ergo 134 korrekt waren.

Besonders fleißige Ratefüchse waren dabei

  1. @tobenschmidt, der tatsächlich an ALLEN 24 Tagen mitgemacht hat und nur über Sick of it All gestolpert ist, denn als sie gesucht waren gab er seine einzige falsche Antwort. Großen extra Dank an Dich!
  2. Johnny Univis (leider wissen wir nicht, ob Du auch auf Twitter bist und wie Du dort heißt) hat an 21 Tagen mitgemacht und kam dabei auf 20 richtige Antworten, er scheiterte an Pansy Division.
  3. @ojweh wiederum hat 14 Bands an 18 Tagen gewusst, was ihn Platz drei eingebracht hat.

Ein herzliches Dankeschön geht natürlich auch an alle anderen 29 die mitgeraten haben, sowie an jeden von euch, der diesen kleinen Spaß in seinen Netzwerken geteilt hat. Ihr seid super und habt uns definitiv motiviert nächstes Jahr weiterzumachen; die Liste mit den Bands ist zumindest nicht kleiner geworden. :)

Euch allen schöne Feiertage, mögen sie so besinnlich oder laut sein wie ihr es am liebsten mögt.

Gabba Gabba Hey,

Tim

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Zu allererst möchte ich Tim danken, dass er mich gefragt hat ob ich meinen Teil zum Punkventskalenders beisteuern möchte. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und war mir eine Ehre. Und ich möchte natürlich auch euch für das fleißige Rätseln danken. Es war toll, dass unser kleines Projekt einen solchen Anklang gefunden hat.

Während des Schreibens der Rätsel fiel mir auf wie viele Bands noch fehlten und die Liste ist nun länger als sie es vor Tür 1 war. Die nächsten Jahre sind also gesichert.

Was bleibt also noch zu sagen außer frohe Weihnachten? Richtig. Musik.

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Punkventskalender will return in 2017.

Tür Nummer Vierundzwanzig

Wir suchten natürlich die Descendents deren Sänger Milo Aukerman einen Doktortitel in Biochemie besitzt und auf Grund seines Studiums und durch Forschungsarbeiten für mehrere Bandpausen verantwortlich war. Gleichzeitig ziert eine Karikatur seiner selbst in verschiedenen Varianten 5 von 7 Albencovern und begleitet die Band seit ihren Anfangstagen.

Um wen geht es heute?

Zum Abschluß am Heiligabend eine Band aus Kalifornien von der böse Zungen behaupten das sie seit 35 Jahren das gleiche Album immer wieder neu aufnehmen würde. Was kann man da schon machen? Es ist doch nur Unterhaltung. Der Sänger dieser Band hat in Zoologie promoviert und nicht nur zwei Bücher im Rahmen seiner akademischen Ausbildung veröffentlicht, sondern auch zwei Solo-Alben herausgebracht, welche eher in Richtung Folk und Country/Western gehen anstelle von Punkrock.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Dreiundzwanzig

Gesucht waren natürlich …but alive um Sänger Marcus Wiebusch, der mit der Nachfolgeband Kettcar den Musikstil in Richtung Indie-Rock/-Pop wechselte und relativ schnell kommerziellen Erfolg mit Chartplatzierungen in den Top 10 hatte. Gemeinsam mit Thees Uhlmann und Reimer Bustorff gründete er außerdem ein eigenes Plattenlabel, welches viele namhafte Künstler und Bands aus verschiedenen Genres hervorbrachte.

Wohin dieser musikalische Weg von Marcus Wiebusch gehen sollte, war schon auf dem vierten und letztem Studio-Album von …but alive zu erkennen, welches schon deutlich ruhiger als sein Vorgänger ausfiel. Während die Alben davor stärker von Hardcore und Punkrock geprägt waren. Die Texte von …but alive waren größtenteil sehr politisch, sozialkritisch und machten auch vor spottender Kritik an der Punk bzw. linke Szene selbst nicht Halt.

Um wen geht es heute?

Alle paar Jahre dürfen wir eine Figur auf den Stationen ihres Lebens begleiten bevor die Band wieder für unbestimmte Zeit pausiert. Einen Doktor in Biochemie gibt es eben nicht im Vorbeigehen und ab und an muss man seiner wenig punkrockigen Passion auch nachgehen. Nichtsdestotrotz ist der Einfluss der Band auf die heute erfolgreichen Bands unbestritten.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Zweiundzwanzig

New York Hardcore prägt ein wenig das Ende des Kalenders. So auch im gestrigen Rätsel. Gesucht waren H2O die zwar bei weitem nicht so brachial wie Agnostic Front, Sick Of It All oder Madball daherkommen aber womöglich genau deshalb solchen Erfolg haben. Die erste Rätselzeile spielt auf zwei ihrer bekannteren Songs an (5 Year Plan, Faster Than The World). Nachdem das 2001er Album „Go“ wie beschrieben zu Tode produziert wurde und Toby Morse und H2O trotz tollen Songmaterials wie eine schreckliche Schüler-Pop-Punkband klingen, brachten sie 2008 „Nothing To Prove“ raus. Im letzten Titel fragen sie mit zahlreichen Gastsängern (u.a. Lou Koller, Matt Skiba) „What happened to the music and the message that I love?“ zugleich singt Sneakerhead Morse kritisch „Fashion before passion!“. Das stieß nicht nur auf Gegenliebe. Nichtsdestotrotz bleiben H2O wohl die P.M.A. Band der heutigen Zeit.

Um wen geht es heute?

In Hamburg in den 1990er Jahren gegründet und beendet veröffentlichte diese Band, deren Namen mit Satzzeichen beginnt, 4 Alben bevor sich 50% der Mitglieder anderen musikalischen Gefilden widmeten und damit die Aufmerksamkeit bekamen, die sie vorher schon verdient hätten.
Mittlerweile ist der Sänger außerdem zu einem Drittel Besitzer eines Plattenlabels und hatte als Solokünstler einen Gastauftritt im Adventskalender des Übersteigers.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Einundzwanzig

Pansy Division, deren Bandname aus einem Wortspiel auf die Panzerdivision der Wehrmacht und dem Slangbegriff pansy für einen Schwulen besteht, haben sich 1991 gegründet und wollten der Welt zeigen, das auch Schwule Rockmusik mögen und spielen können. Ihre Texte sind dabei immer wieder voller Humor und Selbstironie, was Titel wie Dick of Death, Ring of Joy oder He Whipped My Ass in Tennis (Then I Fucked His Ass in Bed) erahnen lassen. Wer mehr über Pansy Division erfahren möchte, dem sei die Dokumentation Life in a gay rock band empfohlen, die die Band auf ihrem YouTube-Kanal hochgeladen hat. Im September diesen Jahres habe sie mit Quite contrary ihr siebtes Studioalbum veröffentlicht, doch bereits auf ihrer Debut-EP Fem in a Black Leather Jacket haben sie ein Weihnachtslied veröffentlicht:

Um wen geht es heute?

Schneller als die Welt zu sein mit Freunden, die sich wie Familie anfühlen. Was wie eine Mischung aus Blink-182-Skatepunk und Roadtripmovie anhört, ist eine der erfolgreichsten Hardcorebands der letzten 20 Jahre. Seit 1995 reiten sie auf einer Welle des Erfolgs was 2001 im zu Tode produzierten vierten Studioalbum gipfelte. Sieben Jahre vergingen bevor ein neuer Longplayer erschien und diese Jahre wurden scheinbar gut genutzt, fanden sie ihren alten Sound doch wieder. Altbewährtes muss sich eben nicht beweisen.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Zwanzig

Die Brüder Lou und Pete Koller haben seit 30 Jahren gepflegt die Schnauze voll und spielen seitdem wütenden Hardcore als Sick of it all. Seit 1992 sind auch Armand Majidi (wieder) und Craig Setari durchgängig Mitglieder der Band. Zugegeben der Bezug zwischen dem Drachen als Bandlogo und Lou als Einheizer war ein etwas gewagtes Bild. Seine Stimme bescherte ihm aber wie im Rätsel erwähnt reichlich Gastauftritte in Songs anderer Bands . Unter anderem CIVs „Can’t Wait One Minute More“, welches 2005 von Nissan als Werbesong genutzt wurde. Das hat anscheinend ordentlich verwirrt. Ich dachte das wäre bekannter. Sorry. Leider habe ich kein Video der Werbung gefunden.

Um wen geht es heute?

Als sie sich gründeten waren sie eine der ersten offen schwulen Bands der Szene. In ihren oftmals humorvollen und absurd übertrieben „schwulen“ Texten beschreiben sie diverse Facetten von Homosex, sowie -sexualität und machen sich über die irrationale Angst Heterosexueller vor Schwulsein lustig. Stilistisch bewegen sie sich irgendwo zwischen Pop-Punk und Rock.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Neunzehn

Blondie mögen zwar musikalisch eher in anderen Gefilden angesiedelt sein, doch nicht nur in ihrer Attitüde steckt viel Punk: sie gehören mit zu den ersten Bands die in dem Magazin gefeatured wurden das mit dem Begriff Punk einherging und in der Szene rundum das CBGB zuhause war. Sängerin Debbie Harry spielte u.a. in dem legendären Cronenberg-Film Videodrome mit, der in Deutschland aufgrund seiner Darstellung von Gewalt und Sexualität nachwievor indiziert ist.

Um wen geht es heute?

Die gesuchte Band um ein Brüderpaar besteht in ihrer mittlerweile 30-jährigen Geschichte fast durchgängig aus denselben Personen. Sie legten stets etwas mehr Fokus auf allgemeine und politische Misstände als die meisten anderen Bands ihrer Größe und verzichteten dennoch nicht auf die szenetypischen Lieder. Der Sänger wirkt wie ein Lausbub und vermag es doch, ganz dem Bandlogo entsprechend, jeder Menge einzuheizen. Seine einprägsame Stimme ist wohl auch der Grund für zahlreiche Gastauftritte bei anderen Bands. Eines dieser Lieder wurde sogar mal zu einem Werbesong.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Achtzehn

Sänger Freddy Cricien gründete 1988 Madball als er gerade zwölf Jahre alt war. Aufgefüllt wurde das LineUp mit Halbbruder Roger Miret am Bass, Vinnie Stigma (Gitarre) und Will Shepler (Schlagzeug) die damals allesamt bei Agnostic Front tätig waren. Nach zwei EPs folgte 1994 das Debütalbum „Set It Off“. Zu diesem Zeitpunkt war Miret bereits nicht mehr Teil der Band. Gerade am Schlagzeug wurde bis zum heutigen Zeitpunkt mitunter munter durchgewechselt. Nichtsdestotrotz folgten seitdem sieben weitere Studioalben und unzählige Konzerte die Madball und Cricien aus dem Schatten von Agnostic Front und Miret treten ließen.

Um wen geht es heute?

Die New Yorker, die wir heute suchen, stammen ebenfalls aus der Frühphase des Punkrock und werden auch oft mit New Wave und Poprock assoziiert; Genre zu denen sie definitiv ebenfalls gehören. Ihre Attitüde und Wurzeln liegen aber durchaus in der Szene und im legendären CBGB, wo sie oft auftraten. Insbesondere die Sängerin, die auch in mehreren Filmen als Schauspielerin auftrat, gilt als eine Stilikone und Sexsymbol.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Siebzehn

Social Distortion haben einen Sound, den man, auch Dank der Stimme von Mike Ness, sofort erkennt wenn man ihn hört. Ihre Lieder haben deutliche Rockabilly und Country-Einflüsse, die auf den letzten beiden Alben sogar noch stärker in den Vordergrund getreten sind. Genauso hohen Wiedererekennungswert wie ihr Sound hat wohl auch Skelly, das Logo der Band: ein huttragendes Skelett mit brennender Zigarette in der einen und Martiniglas in der anderen knochigen Hand.

Um wen geht es heute?

Es ist schon von ungeheurer Hilfe wenn dein Halbbruder einer der größten Namen in der Hardcorebranche ist. Der Start der gesuchten Band verlief dadurch sicherlich reibungsloser als das bei 99 % aller anderen Kapellen der Fall ist. Ihr erstes Album kam auf den Markt als der Sänger gerade 18 Jahre alt war. Seitdem haben er und seine wechselnden Nebenmänner sich einen Ruf erspielt der kaum kleiner als der der Verwandschaft ist.

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Die Auflösung gibt es morgen!

Tür Nummer Sechzehn

Nicht die Straightedge-Pioniere von Minor Threat, sondern Youth of Today waren gesucht. Deren Sänger Ray Cappo gründete mit Revalations Records ein auf Hardcore spezialisiertes Label, welches u.a. die Debuts der Genregrößen Sick of it all und Gorilla Biscuits, aber auch die eigenen Youth of Today-Alben herausbrachte. Cappo ist seit den 1990ern Hare Krishna-Anhänger und gründete verschiedene andere Bands, wie z.B. Shelter und Better Than A Thousand. Youth of Today spielen gelegentlich Reunion-Gigs, wie z.B. im April diesen Jahres in Berlin.
Ein anderes bekanntes Band-Mitglied ist Bassist Walter Schreifels, der danach u.a. in Quicksand, Rival Schools und den oben erwähnten Gorilla Biscuits spielte, sowie ein Solo-Album herausbrachte.

Um wen geht es heute?

Auch diese Band aus Süd-Kalifornien ist seit fast 40 Jahren unterwegs. Sie hat dabei viele Besetzungswechsel gesehen, deren einzige Konstante der Sänger ist, der zwischendurch zwei Solo-Alben herausgebracht und erfolgreich seine Heroinabhängigkeit bekämpft hat. Obwohl die Band schon so lange existiert, hat sie bisher nur 7 Studio-Alben produziert. Die deutlich hörbaren Einflüsse der Band entstammen dabei einer typisch amerikanischen Musikrichtung.

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Die Auflösung gibt es morgen!