Tür Nummer Fünfzehn

Ja in unser Jugendheim, da geh ich sehr gerne rein
Denn da ist ein Mann, den ich nicht vergessen kann
Er ist bärtig und brünett, gern wär ich bei ihm im Bett
Dieser Mann mit soviel Charme macht mir die Gefäße warm

Die mächtigen Kassierer aus Wattenscheid erfeuen den geneigten Hörer seit Mitte der 1980er Jahre und dürfen auf keiner gepflegten Punk-Party fehlen. Keiner beschreibt so schön das Wechselbad der Gefühle, wenn einem plötzlich der Gerstensaft ausgegangen ist, formulierte eine Ode an seinen außergewöhnlich gut aussehendes Scrotum, dichtete in Latein, weil ihnen der eigene Text in der Sprache Goethes zu vulgär erschien oder besang in expliziten Bildern die Folgen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Wie sehr Die mächtigen Kassierer tatsächlich im Punk (im Sinne der Attitüde und der Kunstform) verwurzelt sind, erkennt man auch daran, das sie ihre musikalischen Fühler auch jenseits des 3 Akkorde schrammelns ausbreiten: immer wieder findet man Spielarten von Jazz, Bossanova und andere Genres zwischen ihren Stücken, sowie ein ganzes Album mit Coverversionen von Liedern des wiener Satirikers Georg Kreisler.
Sänger Wolfgang Wölfi Wendland trat 2005 als Kanzlerkandidat der APPD an, sowie 2015 als unabhängiger Kandidat für die Oberbürgermeisterschaftswahl in Bochum, wo er immerhin knapp 8% der Stimmen bekam.

Um wen geht es heute?

Wenn sich ein ganzes Meer zwischen einer Person und der hellen Seite des Lebens befindet, geht es dieser nicht gut. Wenn sie dann auch noch jenes teilen und sich, jeden und alles andere darin ertränken will, sorgt man sich wirklich. Aber manchmal glätten sich die Wogen. Man überlebt die inneren Kämpfe und schaut positiver auf das Leben. Mit neuem Material geht es durch die Clubs. Dann klingelt das Telefon und der nächste Schicksalsschlag kommt um die Ecke. Aufstehen, weitermachen. So erging es dem Sänger der gesuchten Band. Was bleibt ist ein musikalisches Meisterwerk geprägt von Trauer und Verlust.

 

9 Kommentare zu “Tür Nummer Fünfzehn

  1. die wundervollen Touché Amoré sind es!

    Und nun erstmal gepflegt die „Parting the Sea Between Brightness and Me“ auflegen.

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  2. I’m parting the sea between brightness and me… meiner Meinung nach sind Touché Amouré gesucht. Dufte Band mit einigen Hits, aber das erste Album -to the beat of a dead horse- war der Hammer. Kann ich mal wieder anhören, geht ja auch nur ne Viertelstunde.

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  3. Habe sie nie gehört, aber ggf. Joy Division?

    Ich habe zuerst an AFI wg. „The Art of Drowning“ gedacht, aber so depressiv wirkt Davey Havok dann doch nicht.

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  4. grübel grübel und studier.

    Da will mir wirklich nix einfallen. Einzig die ferne Assoziation zu Moses, der das rote Meer teilt, womit wir bei den ADVERTS wären, bei dessen Sänger irgendwann mal das Telefon klingelte und der Ex-Punk und Betroffenheitsbarde Campino war dran. Ich hätte sofort aufgelegt! Ich locke also mal die Adverts ein

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  5. Pingback: Tür Nummer Zwölf | Punkventskalender

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