Oi! Oi! Oi! – Oistern ist vorbei!

Thor war ein Verbrecher und Odin war ein Tor
Und wer an solche Scheiße glaubt
Den knöpfen wir uns vor
Wir sind Skins und Christen
Und preisen Gott den Herrn
Verprügeln Heiden windelweich
Denn sowas tun wir gern

77 heißt Grüß Gott und 88 Nazischrott

Zum Abschluß suchten wir passenderweise die Jesus Skins aus Hamburg. Sie spielten Oi mit einer klaren christlichen, aber auch anti-faschistischen Message und gelten durch ihren Religionsbezug als einzigartig in der Szene. Natürlich sind sie damit auch nicht unumstritten, denn für die meisten Leute hat die kirchliche Lehre nichts in der Musik verloren, da man sich am liebsten als unpolitisch sieht und dies schließt natürlich die Kirchenpolitik mit ein.

Polylux hat den Jesus Skins mal einen kleinen Bericht gewidmet, den ich hier als Bonus einfüge (warum man diesen allerdings ausgerechnet mit Bad Religion unterlegt hat, wissen wohl nur die Macher).

Auswertung

Die Beteiligung an den Oisternestern ist dramatisch niedriger ausgefallen als beim klassischen Punkventskalender. Wir müssen wohl einsehen, das diese kleine Bonusrunde nicht so gut ankam, wie wir es uns erhofft haben. Für uns bedeutet das nichts anderes als, das wir beim üblichen Weihnachtsformat bleiben, genug Bands haben wir auf jeden Fall noch für die nächsten paar Jahre.

Nichtsdestotrotz gilt unser Dank allen 9 Personen die teilgenommen haben. Vielen Dank, das ihr diesen kleinen Spaß mitgemacht und uns auch bei lauschigen Temperaturen im April die Treue gehalten habt!

Des weiteren haben wir diesmal zwei Gewinner, denn sowohl Carl, als auch Norman haben 7 richtige Antworten gegeben. An allen 8 Tagen hat ausschließlich Norman mitgeraten, der leider über Roger Miret gestolpert ist.

Herzlichen Glückwunsch euch beiden!

Felix und mir bleibt an diese Stelle nur über euch einen schönen Ostermontag, sowie einen tollen Punkrock-Sommer zu wünschen. Wir lesen uns an dieser Stelle im Dezember wieder, wenn der Punkventskalender erneut seine Türen öffnet!

Oi!sternest Acht

Ich schau ihn wütend an
Und hau ihm eine rein
Zieh diesen Kult nicht in den Dreck du blödes Nazischwein!Woooohooo.. Wooohohohowohooo…

Du dummes Schwein!

Gesucht waren Berliner Weisse, die sich im Jahr 2000 in der Bundeshauptstadt gründeten und vor dem ersten Auftritt einen Bandnamen brauchten.  Nach einer durchzechten Nacht mit reichlich obergärigem Bier war der Bandname gefunden. So erzählt es zumindest die Band. Anders als so manche ihrer Kollegen positionieren sie sich deutlich gegen Rechts.

Was liegt heute im Nest?

Am Ostersonntag, der Auferstehung des Heiland
Spielen Glatzen Christenpunk im Oi-Gewand.
Wer ist jetzt nicht weiß,
verdient auch keinen Preis.

Oi!sternest Sieben

Was a sunny day in a Munich stadium
All the beer in Munich can’t console them
As Oliver hit the turf
It was English football’s birth
It was their biggest loss since 1931
England 5, Germany 1
Michael Owen is number 1

1979 gegründet, hatten The Business ihre erste Glanzzeit in den 1980er Jahren. Skinheads hatte es schwer in der Zeit, sie galten, u.a. wohl auch wegen des Wilderns der National Front in der Szene, als rechts, doch die Band hat sich früh klar gegen Rassismus und andere politische Extreme positioniert.

Es ist ein wenig schwer zu durchschauen, wie oft sich die Band auflöste und neu zusammenkam, gesichert ist, das sie 2001 mit „England 5 Germany 1“ einen veritablen Hit in der Fußball-Szene hatten und haben, nachdem die Three Lions die Deutsche Nationalmannschaft am 1.September 2001 in München mit 5:1 in der WM-Qualifikation besiegten.

2016 starb Micky Fitz, Sänger und Gründungsmitglied von The Business, an Krebs.

Was liegt heute im Nest?

Obergärig wirds gebraut
Durch Himbeer dann versaut

Manch einer färbt es lieber Grün
Vielleicht ists schöner anzusehen?

Nach reichlichem Genuss
Wars als Bandname ein Muss

Oi!sternest Sechs

The trouble is…
There’s always something else to do
Always somewhere else to go
The trouble is…
There’s always someone else to see

Die Geschichte der gestern gesuchten Band begann mit Elizabeth „Liz“ Jane Roses Übernahme des Mikros bei einem Gundog-Konzert. Geschah es spontan? Womöglich. Liz hatte jedenfalls konkrete Vorstellungen für die Musik ihrer Band und so trennten sich Gundog und gingen größtenteils in Deadline auf. Der Erfolg dieser ruht zu großen Teilen auf den, für Streetpunk-Verhältnisse guten, Sangeskünsten der Frontfrau. Für die nächste Tour gibt es keinen Stichtag, da sich die Band aktuell eine ausgedehnte Pause gönnt.

Was liegt heute im Nest?

Von Beginn an gegen Rassismus positioniert
zwischendurch die Band oftmals pausiert

2001, ein Abend in Minga
Inspirierte den Sänger

Als er an Krebs verschied
beendete es den Betrieb.

Oi!sternest Fünf

New York belongs to me
A city’s pride the dirty water on the Hudson river
No one can take away the memory
Oh Oh, New York belongs to me

Agnostic Front gelten als einer der Begründer des New York Hardcore. Frontmann Roger Miret hat nebenbei aber auch noch andere Projekte laufen, wovon Roger Miret & The Disasters wohl das bekannteste sein dürfte. Gespielt wird hier klassischer amerikanischer Streetpunk mit Oi-Einschlag, gepaart mit der unvergleichlichen Stimme des Agnostic Front-Mannes. Auf ihrem ersten Album gibt es dann auch eine große Verneigung vor Cock Sparrer, die zur ersten Garde des Oi gehören, deren „England belongs to me“ auf New York umgeschrieben wurde.

Was liegt heute im Nest?

Sie kam auf die Bühne
und stahl so die Band
nur ihr Gesang hat noch gefehlt.

Auch ganz ohne Fristen
kam dann der Ruhm
dank ihres Gesangs, oh welche Fortun.

Oi!sternest Vier

Diese Welt kotzt mich an, weißt du noch als das alles begann?
Diese Welt kotzt mich an und ich hab nichts getan.

Gesucht waren natürlich die Broilers aus Düsseldorf. Seit 2011 sind sie regelmäßiger Gast in den deutschen Charts, egal ob mit Singles oder Alben. Und während das heute doch eher nach Rock klingt, begannen sie mal als Oi!-Band. Vielleicht geschah das damals auch eher aus Pragmatismus, weil sie ihre Instrumente eher rudimentär beherrschten, ich weiß es nicht. Möglich wäre es. Erfreulich ist auf jeden Fall, dass, heute wohl noch mehr als damals, nicht nur Bier und Persönliches im Fokus der Texte steht sondern auch politische Missstände. Das Publikum ist schließlich genreübergreifend groß.

Was liegt heute im Nest?

Er schreit sonst NYHC
will von Ost nach West nur Unity.
Hier gibt‘s Punk der Straße.

Ein Nebenprojekt just for fun
Im Geschäft ein alter Hase
Steht sein Name der Band voran.

Oi!sternest Drei

And we’re running down the backstreet
Oi! Oi! Oi!
And we’re running unafraid
Oi! Oi! Oi!
Cause we all know that that’s the sound of the streets

Mit einem Lied gleich mal dem ganzen Genre einen Namen verpassen, das ist der Verdienst der 1978 von den Brüdern Geggus gegründeten Cockney Rejects aus London. Als glühende Fans von West Ham United lag es da auch Nahe, die Hymne des Klubs „I‘m forever blowing bubbles“ aufzunehmen. Auch ansonsten waren sie textlich in der Nähe des Fußballs beheimatet, allerdings besang man eher die Dritte Halbzeit, denn viele ihre Lieder handeln von Hooliganismus und Straßenschlägereien.

Was liegt heute im Nest?

Wohnhaft hier am größtem Fluss
Musikalisch gegen rechten Stuss
Anfangs noch im Oi-Gewand.

Gemästet oder doch gebraten,
Längst schon ist der Stil verraten.
In den Charts sind sie nun bekannt.

Oi!sternest Zwei

There’s no feeling like the one to drink a beer in the sun
to hear music you love and to feel free
It’s the moments I remember when it’s cold in december
Makes it easier to walk through the snow

Zum Einstieg suchten wir eine Band aus der schwedischen Metalhochburg Göteborg und diese hört, ihr habt es erraten, auf den Namen Perkele. Das bedeutet heutzutage so viel wie „Scheiße“ oder „verdammt“. Perkele sind auf Grund einer mitunter fehlenden Distanzierung nicht gänzlich unumstritten. Insbesondere die Angabe von Skrewdriver oder Ultima Thule als gern gehörte Musik und die Verlinkung zu Neonazi-Tonträgervertrieben in Schweden, dürfen einem sauer aufstoßen. (Quelle) Demgegenüber stehen Buchungen aus dem klar linken Spektrum. So hat das Conne Island in Leipzig 2005 unter anderem dieses Statement inklusive Perkeleäußerung gepostet um auf Kritik zu reagieren. Perkele stehen, wie wohl so manche Oi!-Band, in erster Linie für Workingclass-Lyrics und Bier. Diese sind oft mit einem gewissen Stolz geschwängert, der rechts gut ankommt. Und genau da liegt die Krux. Eine klare Kante gibt es von ihnen leider nicht stattdessen gibt man sich betont unpolitisch.

Was liegt heute im Nest?

Abgelehnt und doch noch da
Herkunft: Britannia.
Textlich geht‘s um Hauerei,
sowie um Blasen (keine Sauerei).
Nachts lieg ich wach,
stelle mir die Frach:
Was wäre wohl der Ruf der Szene
ohne die Gesuchten jene?

Oi!sternest Eins

Finnisch geschimpft
Englisch gesungen
In Wahrheit Schwedens Metal entsprungen.

Das Trio nicht arisch
Die Musik bunt gemischt
Und trotzdem am rechten Rand gefischt?

Oi! Oi! Oi!stern!

Wir sind wieder da und das weit vor Weihnachten. Moment, da ist doch irgendwas faul. Wir haben es bereits in der Auflösung des letzten Punkventskalendertürchens angekündigt und wer es mittels Weihnachtsvöllerei nicht aus seinem Gedächtnis verdrängt hat, ist nun auch nicht überrascht. Wir widmen uns dieses Jahr erstmalig einem weiteren Fest. Ostern.

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der Oi!sternester.

Tim und ich werden euch mit acht kleinen Rätseln rund um die Genres Oi und Streetpunk beglücken. Von Palmsonntag bis zum Ostersonntag wartet jeden Tag eine kleine Grübelei in Reimform auf euch. Die Rätsel folgen keinem einheitlichen Versmaß, Reimschema oder dergleichen. Wir wollten uns einfach ein wenig ausprobieren. Habt also ein wenig Nachsicht mit uns.

Uns ist bewusst, dass das Genre ein Stigma und Problem mit sich bringt und haben uns bemüht in der Auswahl gewisse Bands auszuklammern. Es ist jedoch so, dass man bei gefühlt jeder zweiten Oi!-Band von Google „rechts“ oder „Nazis“ als Ergänzungsvorschläge und sicher auch einen Eintrag dazu bekommt. Wir werden eventuelle Debatten und Diskussionen rund um die Bands nicht verschweigen und ihnen in den Auflösungen den nötigen Raum einräumen.

In diesem Sinne

Oi oi oi fucking oi! und viel Spaß!

Felix und Tim