Tür Nummer Fünf

What’s your plan for tomorrow?
Are you a leader or will you follow?
Are you a fighter or will you cower?
It’s our time to take back the power!

Gesucht waren natürlich The Interrupters, bestehend aus Sängerin Aimee Interrupter und den Bivona-Brüdern Kevin, Jesse und Justin (letztere Zwillinge). Die klangliche Nähe zu Rancid lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, dass Tim Armstrong alle 3 Alben der Interrupters für sein Label Hellcats produziert hat. Dennoch haben sie ihren eigenen Stil und sind eindeutig two-tone-lastiger.

Um wen geht es heute?

Die heutige Band liefert eine der rasantesten Shows, die die heutige Punkwelt zu bieten hat. Sie veranstalten einen echten Affenzirkus. Dabei sind Primaten eigentlich doch gar nicht so weit im Norden beheimatet.

Tür Nummer Vier

You had nine lives and one by one you chewed ‚em up
Your final coffin nail’s been driven far too much
This won’t take long, you said, I’m not going far
Go wait in the car

Der gesuchte See im Norden der USA ist der Lake Michigan und die Stadt wenig überraschend Chicago. Dort ist ein basisches Dreigestirn Namens Alkaline Trio zu Hause. Deren Musik war schon immer düster. Matt Skibas Soloausflüge waren teilweise noch dunkler. Man mag sich nicht so recht ausmalen, wie das Seelenleben eines Menschen aussieht, der solche Texte schreibt. Das Skiba ein nicht zu unterschätzendes Suchtproblem hat, wird deutlich wenn man Interviews mit ihm liest. Womöglich ist er bei den Pop-Punkern von blink-182 genau deshalb richtig, um seinen inneren Dämonen ab und an zu entkommen. Auch wenn das die Auftrittshäufigkeit seiner eigentlichen Band massiv gesenkt hat. Er ist aber nicht der einzige der Nebenprojekte verfolgt. So war auch Dan Andriano mit seinen Solopoatten durchaus erfolgreich. Einzig Schlagzeuger Derek Grant scheint musikalisch mit Alkaline Trio ausreichend ausgelastet.

Um wen geht es heute?

Denkt mal kurz an das …And Out Came the Wolves-Album von Rancid. Jetzt packt ihr da noch eine ordentliche Prise Ska dazu und ersetzt den Gesang von Tim Armstrong, der ihre 3 Alben produziert hat, durch eine Sängerin die wie seine Ex-Frau klingt. Dann erhaltet ihr die heute gesuchte Band aus Los Angeles.

Tür Nummer Drei

A very Merry Christmas
And a happy new year
Let’s hope it’s a good one
Without any fear

Hi-Standard aus Japan sind auf dem internationalen Markt das erste Mal mit zwei Beiträgen, davon eine Cover-Version von California Dreamin’, auf der Fat Wreck Records-Kompilation Survival of he Fattest aufgefallen. Nach einer handvoll Alben und EPs von 1996 bis 2001, darunter eine Weihnachts-Split EP mit WIZO (Weihachten stinkt!) folgte eine lange Auszeit, in der sich die drei Mitglieder anderen Musik-Projekten widmeten; Gitarrist Ken Yokoyama betreibt u.a. das Label Pizza of Death.

2016 und 2017 folgten dann plötzlich zwei neue Alben. Doch seit dem Ende ihrer 2018er Tour ist es wieder ein weniger stiller um Hi-Standard geworden. Als offiziell aufgelöst gelten sie aber nicht.

Um wen geht es heute?

Die Texte der heutigen Band sind von einer markaberen und schaurigen Prägung. Womöglich wird der Drang melancholisch über Alkohol, Depressionen und Kummer zu schreiben mit der kalten Luft aus Kanada über den See in ihre Heimatstadt geweht. Ob das auch der Grund dafür ist, dass sie ihrem Sound seit fast 20 Jahren so stur treubleiben, dass man die Albenreihenfolge wohl würfeln könnte und es keinem auffallen würde? Man weiß es nicht. Eins bleibt am Ende jedoch festzuhalten. Wenn eine Band seit über zwei Jahrzehnten auslaugt, muss sie schon sehr inert sein, wenn sie immer noch da ist.

 

Tür Nummer Zwei

Wo Faschisten und Multis das Land regieren,
wo Leben und Umwelt keinen interessieren,
wo alle Menschen ihr Ich verlieren,
da kann eigentlich nur noch eins passieren:
Deutschland muß sterben, damit wir leben können!

Die meisten von euch haben es erraten. Gesucht waren natürlich die Hamburger von Slime. Zweimal aufgelöst, dreimal wiedervereinigt. Die Bands sah sich Ausverkaufsvorwürfen und Indizierungsklagen gegenüber, veröffentlichte ein Album, ohne jemanden zu haben der Texte schreiben konnte und hat die frühen Jahre des deutschen Punk maßgeblich geprägt. Das erkennt man allein an der Liste der Bands die Slimesongs gecovert oder die Band anderweitig in ihrer Musik verarbeitet haben. Besonders die Geschichte der Inidizierungsverfahren ist eine durchaus amüsante. Bullenschweine ist erst durch einen Hinweis des LKA Brandenburg 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung in den Fokus geraten und am Ende verboten worden. Deutschland muss sterben wurde hingegen vom Bundesverfassungsgericht als Kunst eingeordnet und im Urteil gar der Vergleich zu Heinrich Heine gezogen.

Punksongs sind wie Heine. What a time to be alive.

Um wen geht es heute?

Die drei Herren, die wir heute suchen, sind in Ostasien beheimatet von wo aus sie ihren melodiösen Mix aus Hardcore und Punkrock in die Welt tragen. Hierzulande wurden sie primär Mtte/Ende der 1990er Jahr durch Coverversionen auf einer beliebten Compilation-Reihe eines Punkrock-Labels bekannt, deren Gründer mit seiner Band auch schon Mal an dieser Stelle gesucht wurde. Ob sie dem Anspruch, den ihr Bandname suggeriert, gerecht werden, soll hier allerdings nicht debattiert werden.

Tür Nummer Eins

Um wen geht es heute?

Die erste Band des Punkventskalenders 2019 könnte kaum passender sein, hat sie die frühen Jahre des deutschen Punk doch maßgeblich geprägt. Ihr Logo hat wohl jeder schon mal auf einer Kutte gesehen. Sie verunglimpften Staatsangestellte als eine Kreuzung zweier Nutztiere und wurden in einem Urteil selber mit einem der bedeutendsten deutschen Dichter verglichen.